Herzlich Willkommen auf meiner Website. Ich bin Stephanie Schuster und Schriftstellerin, Illustratorin, Buchbloggerin und Dozentin für "literarisches Figurenaufstellen".

Hier schreibe ich über Bücher anderer Autoren, die mich begeistern, erstaunen, beschäftigen, inspirieren. Neuerscheinungen, Klassiker aus meinem Bücherregal. Gelegentlich auch über Enttäuschungen, Bücher, die zuviel versprochen haben. Aber wie immer gilt, jedes Buch schlage ich mit Neugier auf, bereit, in die Geschichte oder die Bilder einzutauchen...



Es handelt sich um (unbezahlte) Werbung für Bücher, gelegentlich erhalte ich ein Rezensionsexemplar der Verlage. Ansonsten kaufe ich die Bücher in meinen Lieblingsbuchhandlungen. Die Verlinkungen zu den Infoseiten sind § 2 Nr. 5 TMG gekennzeichnet.


Volker Weidermann
Das Duell
Die Geschichte von Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki

Sie lesen sich so spannend wie ein Roman, die Lebensgeschichten der beiden literarischen Größen. Der eine, Günter Grass, als Literaturnobelpreisträger, der andere, Marcel Reich-Ranicki, als Literaturkritiker mit markanter Stimme und herrischem Tonfall, der Gründer des „literarischen Quartetts“, das in den 90er Jahren im Fernsehen Kultstatus hatte. Der Autor dieses Buches, Volker Weidermann leitet nun selbst seit ein paar Jahren das „Literarische Quartett“ im ZDF, bespricht mit seinen Kollegen die Bücher anderer. Und er schreibt selbst, nicht nur irgendwie, sondern sehr besonders, sodass ich mich schon immer auf jedes Buch von ihm freue. Wie auch schon „Die Träumer“, um die Münchner Räterepublik, begeistert mich auch „Das Duell“, in seiner kunstvollen Form und bilderreichen, sinnlichen Schilderung. Günter Grass wird in den Sog des Nationalsozialismus hineingerissen, und obwohl eigentlich noch zu jung, Mitglied in der SS. Wir begleiten ihn von der Kindheit bis dahin, erfahren, dass er sich gegen Ende seines Lebens wohl noch so sehr dafür schämt, und deswegen in seine Autobiografie nur von sich in der dritten Person davon erzählen kann. Reich-Ranicki ist Jude, entkommt mit seiner Frau nur knapp dem Warschauer Ghetto. Zuvor tippt er noch als Schreibkraft das Todesurteil für alle Ghettobewohner. Wie wurden die beiden wer sie sind, und wie kam es zu dem titelgebenden „Duell“. Sie hassten sich zeitlebens und konnten doch nicht ohne einander. Volker Weidermanns Sprache lässt den Leser tief eintauchen und mitfühlen, so erfährt man nicht nur viel über diese beiden Männer und ihre literarische „Zwangsehe“, sondern auch über deutsche Geschichte im Allgemeinen, und das auf sehr berührende Weise. Das ist große Erzählkunst und eine literarische Perle!
 
Buchinfos und Link zur Verlagsseite: Kiepenheuer & Witsch Verlag, Hardcover, 320 Seiten




Jan Peter Bremer
Der junge Doktorand
Roman

Wann taucht er denn endlich auf, der viel heißbegehrte junge Doktorand, den die Erzählerin Natascha so sehnlichst erwartet. Viele Male hat er kurzfristig abgesagt, was sie scheinbar nicht nur ihren Nachbarinnen, sondern auch vor sich selbst rechtfertigen muss. Das führt zu grotesken Schilderungen und hat viel Sprachwitz. „Wie ein Vogel, dessen Lebensfreude auf einen schönen Ruf hin plötzlich wieder erwacht, so war sie einfach losgeflogen und hatte sich von der Monotonie und der steten Langeweile in diesem Haus befreit.“ Das Haus ist eine alte Mühle, die sie mit ihrem Mann, einem Maler, bewohnt. Von ihm hat sie sich nicht nur innerlich entfernt, auch im ganz konkreten Sinne, „sodass sie regelrecht zusammenschrak, wenn sie durch einen zufälligen Augenaufschlag zu ihm hin, bemerkte, dass er noch immer vor ihr in seinem Sessel saß.“ Der Doktorand soll also frischen Wind in diese fast verwehte Ehe bringen. Ob es ihm gelingt? Und wie ist er überhaupt, der Heißersehnte? Alles kommt anders als erwartet, Geheimnisse lichten sich und lange Verschwiegenes wird endlich ausgesprochen. Vergnüglich, kurzweilig und poetisch. Jan Peter Bremer ist ein meisterhafter Beobachter der kleinsten Nuancen im Beziehungsgeflecht. Mit dem „jungen Doktorand“ ist ihm ein Kabinettstück der Situationskomik gelungen.  








Peter Wohlleben
Das geheime Band zwischen Mensch und Natur
Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen, den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsein haben

Natur auf Rezept. Der Mensch ist mittlerweile so weit weg vom Wald und dem Bezug zur Natur, dass man, überspitzt geschrieben, sich bald einen Waldspaziergang auf Rezept erhält, wenn chemische Medikamente nicht mehr helfen. Peter Wohlleben schreibt im Vorwort zu seinem neuen Buch von der Renaissance des Naturerlebens. Waldbaden & Co. Doch wie immer ist er kein Schwarzmaler, sondern sieht im Klimawandel auch eine Chance, sich zurückzuerinnern und endlich das zu sehen und zu erleben, was es noch gibt: Nämlich intakte Wälder und die Natur um uns herum. Was mir besonders gefällt, ist der sinnliche Spaziergang mit Hilfe dieses Buches. Wir hören, riechen, schmecken, tasten und sehen uns durch den Wald. Es beginnt mit den Farben. Grün, logisch, als erstes, dann appelliert er an unser Gehör, bzw. testet es und bringt Erstaunliches zu Tage. Es geht weiter in unseren Körper und wieder zurück auf Tuchfühlung mit den Bäumen und der Reiseaktivität der Regenwürmer. Und es gibt tatsächlich eine Waldapotheke, ein Erste-Hilfe-Kasten aus der Natur, der hier vorgestellt wird. Aber auch die Bäume brauchen manchmal Hilfe, und Peter Wohlleben sagt wie. Zum Schluss appelliert er an eine Kehrtwende nicht des Verstandes, sondern mit dem Herzen, also unserem Gefühl. Denn Bäume sind wie Wale und Elefanten zu großer Empathie fähig, und das sind wir Menschen doch eigentlich auch.  






Kai Kupferschmidt
BLAU
Wie die Schönheit in die Welt kommt
Sachbuch (ganz in Blau)

Die Hälfte der Menschen bezeichnen (laut einer Umfrage) Blau als ihre Lieblingsfarbe. Zum Vergleich: Knapp 20 Prozent bevorzugen Grün, je acht Prozent Weiß oder Rot. Blau in allen Schattierungen ist die häufigste getragene Modefarbe – und die "Blue Jeans" das meistverkaufte Kleidungsstück. (Quelle: Geolino) So hat der Autor mit diesem wunderschön gestalteten Buch also mindestens eine Hälfte aller Leser gewonnen. Der Rest ist leicht zu überzeugen, denn dieses Buch ist ein Magnet. Gefüllt mit Geschichte und Geschichten, Anekdoten rund um die Farbe Blau, die Himmel und Meer widerspiegelt, gibt uns Kai Kupferschmidt ein Fundus an Schönheit, zum Eintauchen und Abtauchen in die einst kostbarste Farbe von allen. Schließlich und damit beginnt das Buch, leben wir auf dem blauen Planeten. Blaupigmente, Experimente mit Blau, Blaulicht (Tatütata), Zitate mit Blau, kulturelle und literarische Bezüge zu Blau (Auf der Suche nach der blauen Blume) und vieles mehr. Strukturiert in wenige Kapitel mit schönen Fotos und (natürlich) blauen Kapiteltrennern sehen wir, dank des Autors und der großartigen Gestalter des Hoffmann und Campe Verlags nicht nur „ins Blaue“, sondern durch den Blickwinkel einer Lieblingsfarbe lernen wir mehr über diese Welt, und was sie im Innersten zusammenhält.








R. R. Sul
Das Erbe
Roman

Ein Großvater hinterlässt seinem Enkel eine Blechkiste, darin zweihunderteinundzwanzig Seiten seines Lebens und ein paar andere Dinge, die er für wichtig hielt. Großvater Wolf fing Gesichter ein wie andere Tiere. Wir Leser sind bald die Stellvertreter für Karlchen, eben jenen Enkel, an den sich das Buch richtet. Und um Stellvertreter, also Geschichten in der Geschichte geht es auch in diesem Roman eines Autors, der anonym bleiben will. Um das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, an dem die Mutter des Ich-Erzählers leidet. Das schlichtschwarze Buchcover mit der kupferfarbenen Titelschrift, die ganze geheimnisvolle Aufmachung assoziieren ein verstörende Familiendrama oder ein düsteres Geheimnis. Es beginnt in der Tat verstörend. Als Kind schläft der Ich-Erzähler tagsüber und ist nachts wach, weil seine Mutter glaubt, Tageslicht würde ihn krank machen. Wächst auf in der Dunkelheit, zwischen Angst, Einsamkeit und Gewalt. Spielt manchmal allein auf einem kinderleeren Spielplatz. Als er älter wird, soll ihn teure Sonnenschutzcreme und ein Motorradhelm gegen die UV-Strahlung schützen. Die Fenster seines Elternhauses sind mit einer speziellen Folie abgeklebt. Seine einzigen Freunde sind zwei Spinnen in seinem Zimmer, die er erschlägt, als sie ihn ignorieren. Dies alles berichtet er in stakkatohaft kurzen Sätzen, fast atemlos. Doch der Roman endet nicht in der Kindheit, ist keine Flucht oder Aufbäumen, auch keine richtige Auseinandersetzung. Der Erzähler nimmt die Ereignisse hin und hakt sie ab, das Gute wie das Schlechte. Alles was geschieht, geschieht eben. Es gibt eben Liebe und auch den Tod. Erst als es um seine eigenen Söhne geht, wird er wachgerüttelt und hadert mit seinem Erbe, das Folgen für die nächste und übernächste Generation hat. Am Ende lichtet sich „das Erbe“ und bietet Wendungen, die man am Anfang nicht vermutet hat.
Ein Roman mit Sogwirkung, der schnörkellos erzählt ist, aber lange nachwirkt.








Deana Zinßmeister

Die Farbe des Goldes

historischer Roman


Ein mit Blattgold verzierter Galgen wartet auf den Alchemisten. Wird er hängen, weil er trotz vieler Versuche und Verschwendung von wertvollem Eisenerz geschafft hat, Gold herzustellen? Gleich zu Beginn wirft die Autorin neugierig machende Fragen auf und entführt den Leser in die Gegend um Stuttgart, im Jahr 1605. Vier charakterlich sehr unterschiedliche Hauptfiguren treffen im Laufe des Romans aufeinander und verbinden sich zu einer Geschichte. Die junge Elisabeth, die ihrem hartherzigen Elternhaus entfliehen will, der arrogante Herrscher Georg, der den Namen seines besten Freundes und Cousins benutzt, um unerkannt zu bleiben. Frédéric, der sich als Bastard bei Hofe behaupten muss und trotz allem versucht das Richtige zu tun. Und der Alchimist Johannes Keilholz, den es an den Württembergischen Hof verschlägt, um Gold herzustellen. Gold spielt hier nicht nur als Edelmetall eine Rolle, es steht auch als Sinnbild für das Wichtigste im Leben der Figuren. Wendungsreich und spannend bis zur letzten Seite, zieht Deana Zinßmeister mit ihrem neuesten historischen Roman wieder in den Bann. Das ist ein großes Lesevergnügen!  


Eduardo Halfon

Duell

Roman

Der Erzählton ist distanziert, kaum wörtliche Rede, alles scheint aus der Erinnerung heraus aufgeschrieben und doch reist der Ich-Erzähler zugleich die Schauplätze seiner Kindheit ab, um sich auf die Spurensuche eines ertrunkenen Kindes namens Salomon zu machen. Seine polnisch-libanesische Familie ist vor allem jüdisch und den Gräueltaten des Nationalsozialismus entkommen und redet bei diesem Kind „Salomon“ ständig um den heißen Brei. Anders, als das Cover vermuten lässt, spielt der etwas über hundert Seiten kurze Roman hauptsächlich in Guatemala, wo auch der Ich-Erzähler aufwuchs. Vom Himmel fliegende Kühe, eine Heilerin, die die Einheimischen „Einreiberin“ nennen und die in einem langen Teil von vielen, vielen „Salomons“ erzählt, die alle ertrunken sind, lassen einen Hauch magischen Realismus anklingen, den ich als deutsche Leserin mit Lateinamerika verbinde. Alles in allem war mir die Geschichte zu nüchtern und zusammenfassend erzählt, sodass ich nur wenige berührende Momente darin gefunden habe. Leider entschwindet so nach dem Lesen sofort die Erinnerung an die Geschichte, aber vielleicht lag das ja in der Absicht des Autors. Auch Roman sind flüchtig, versuchen nur ein Duell zwischen Wahrheit und Erfindung.  






Florian Valerius,  Mareike Fallwicklillustriert von Franziska Misselwitz

Leseglück

99 Bücher, die gute Laune machen

"Wenn's mir schlecht geht, geh ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler", sagt Philip Dijan. Und wenn man das tut, erhält man vielleicht neuerdings Florian Valerius und Mareike Fallwickls gemeinsames "Leseglück"- Büchlein. Es macht wirklich gute Laune und passt sogar mit in den Erste-Hilfe-Kasten. Zitate, Leselisten, Hashtag-Tipps und vieles mehr. Toll illustriert von Franziska Misselwitz. Aber Vorsicht, hinterher braucht man ein neues Bücherregal!

Buchinfos und Link zur Verlagsseite: 
Verlag Ars-Edition. Softcover, 144 Seiten







Doris Dörrie
Leben, Schreiben, Atmen
Eine Einladung zum Schreiben

Schreiben Sie über Verlorenes. Wann ist etwas wirklich verloren? Was hast du verloren und wiedergefunden? Was für immer verloren? Was vermisst Du? …“ Sind damit verlorene Dinge oder eine verlorene Liebe gemeint? Sowohl, als auch. Doris Dörrie erzählt von ihrer Mutter, die ihren Ehering verlor und erst Jahrzehnte später wiederfand. Von einem verlorenen Milchzahn und anderen Dingen, aber auch vom tragischen Verlust ihres Mannes. Obwohl ich dachte, dass über das Schreiben schon alles gesagt wurde, freue ich mich über dieses sehr schön gemachte neue Buch. Die bekannte Filmemacherin und Autorin Doris Dörrie lehrt seit zwanzig Jahren kreatives Schreiben an der Filmhochschule München. Und diese langjährige Erfahrung als Dozentin und Selbstschreibende merkt man ihr an. Sie geht spielerisch an die Sache, regt vor allem zum Mit-der-Hand-schreiben an. Dabei gibt sie Einblicke in ihr Leben und in ihrer Schreibbiografie und hat am Ende jedes Kapitels einen Tipp, wie man selbst zu Stift und Notizbuch greifen kann. Diese Mischung aus Autobiografie und Schreibratgeber macht großen Spaß zu Lesen, aber vor allem große Lust aufs Schreiben.

Hardcover, Diogenes Verlag, 288 Seiten



Harald Jähner
Wolfszeit
Deutschland und die Deutschen, 1945 – 1955

Eine Seiltänzerin balanciert über einer zerbombten Stadt. Das Foto auf der ersten Seite dieses Buches fasst die Epoche, um die es geht, ohne Worte zusammen. Manche nannten die Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs „Niemandszeit“, andere sprachen von der „Wolfszeit“. Denn jeder kümmerte sich nur um sich selbst oder seine Familie, (sofern noch vorhanden), wie Wölfe mit ihrem Rudel. Das mit dem Leipziger Buchpreis gekrönte Sachbuch beleuchtet eine rel. unbekannte Zeit, die für uns Nachgeborene als Zeit des Wiederaufbaus bis zum Wirtschaftswunder gilt. Über die Hälfte der Menschen in Deutschland waren nach dem Krieg nicht dort, wo sie hingehörten oder hinwollten, darunter neun Millionen Ausgebombte und Evakuierte, vierzehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, zehn Millionen entlassene Zwangsarbeiter und Häftlinge, Abermillionen nach und nach zurückkehrende Kriegsgefangene. Was aus diesen Menschen wurde, wie sie neu zusammenfanden, davon erzählt Harald Jähner spannend und berührend. Warum sehnten sich viele nach genau dieser „Wolfszeit“ zurück? Was geschah in der „Stunde Null“, als der Krieg endlich vorbei war? Das Kriegsende wurde verschoben, wie wir nun erfahren, weder die Stunde noch der Tag standen genau fest. Erst im Rückblick einigte man sich auf ein Datum. Während die einen also noch Panzersperren bauten und dem „Führer“ treu blieben, hängten andere bereits weiße Fahnen heraus. Und als auch der letzte begriff, dass das „Dritte Reich“ nicht mehr existierte, wie erging es dann den vielen Heimatlosen? Wie fasste man wieder Fuß? Wie lebte man mit der Schuld? Aber auch ganz praktisch gedacht: Wer räumte den Schutt der zerbombten Städte auf? Waren das tatsächlich die Trümmerfrauen? Die Alliierten zwangen Nationalsozialisten dazu, aber die allein schafften das nicht. Fachpersonal musste her. Nur in Berlin waren es überwiegend die Frauen, da dort besonders viel Männermangel herrschte. Woher kam die Lebensfreude, die wir spüren, wenn wir Filme und Musik der 50er Jahre sehen und hören? Der Autor erzählt von Unbekannten und Prominenten, Kulturschaffenden und Otto Normalverbrauchern. Vom beginnenden Kalten Krieg und dem Design der Demokratie bis zum Klang der Verdrängung. Erhellt wird das Ganze mit Ausschnitten aus Zeitzeugenberichte und zahlreichen Fotos.
Ein großartiges Buch zum Eintauchen und Verstehen der Generation unserer Großeltern und Eltern, damit unsere Wurzeln bis zu uns selbst.   





Ferdinand von Schirach
Kaffee und Zigaretten

Sein persönlichstes Buch heißt es laut Ankündigung des Verlags, also wurde ich neugierig, was Herr von Schirach über sich preisgibt. Ich vermutete, dass er stark raucht und viel Kaffee trinkt, wie der Titel sagt. Aber nichts dergleichen. Vielleicht hat er bei diesen Stimulantien geschrieben. Ich kann mich jedenfalls gar nicht erinnern, ob die Figuren oder der Ich-Erzähler raucht. Zwischen den Erinnerungen stehen spannende Gerichtsfälle. Diese Mischung ergibt sich, weil einige der Texte schon mal in Zeitschriften erschienen sind.
Die Miniaturen sind wieder sehr originell und lesen sich in einem Rutsch weg, doch das habe ich nicht gemacht, damit ich das Buch mehr genießen konnte. Berührende, spannende, verblüffende Geschichten mit ein wenig Autobiografie des Autors. Alles in allem, hat es wieder großen Spaß gemacht den neuen Schirach zu lesen! Und kaum hat man zu Ende gelesen, möchte man sofort wieder vorne anfangen, denn viele der Texte regen zum Nachdenken an.

Buchinfos: 192 S., Hardcover, Luchterhand Verlag, Link zur Leseprobe



Nicola Bardola
Elena Ferrante – meine geniale Autorin

Die Weltbestseller-Reihe und der Kult um die geheimnisvolle Autorin Elena Ferrante bringen auch weitere Bücher rund um die Autorin hervor. Dieses sehr schön gemachte Buch stammt vom besten Kenner ihres Gesamtwerkes: Nicola Bardola. Er schenkt uns Leserinnen besondere Einblicke in all ihre Bücher und teilt mit uns seine Gedanken zu ihrem Werk. Dabei widmet er sich ihrem Debüt und den drei folgenden Romanen, dann einem Kinderbuch bis zu der berühmten Tetralogie, zeigt Themen und Motive auf. Er geht sehr genau auf die Figurenzeichnung, die Erzählerstimme und die Sprache ein. Das ist sehr detailverliebt, aber auch spannend-unterhaltsam. Man merkt Bardola die große Begeisterung an, mit der er die Kenntnisse aller Ferrante-Fans bereichert. Denn ihre Romane sind autobiografischer als vermutet. Illustriert ist das Buch mit Fotos der Schauplätze und Hintergrundmaterial, z. B. die Covergestaltungen. So macht Nicola Bardola Lust Ferrantes Gesamtwerk zu lesen.

Weitere Infos zum Buch und dem Autor, samt Leseprobe, Reclam Verlag, 311 S., 59 Farbabb., Hardcover.



Herzlich Willkommen auf meiner Website. 
Ich bin Stephanie Schuster und Schriftstellerin, Illustratorin, Buchbloggerin 



Der Augenblick der Zeit

von Stephanie Schuster


Wer war „La bella principessa“?


Ina Kosmos ist Expertin für Farben, eigentlich will sie selbst Künstlerin sein. Aber sie leidet seit zehn Jahren an einer Blockade, kann nicht zeichnen und malen und hat sich ganz auf die Förderung anderer Künstler spezialisiert. Als sie gezwungen ist, ihre Galerie aufzugeben, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie erhofft sich Trost bei ihrem Freund, dem Kunstfälscher Zack Eisenfell, stattdessen versucht er sie zu überreden, in sein Geschäft einzusteigen. Da entdeckt Ina bei einer Auktion in London ein Frauenporträt, in dem sie einen noch unbekannten Leonardo da Vinci vermutet. Sie wird überboten, setzt aber fortan alles daran, das Bild zu finden und Leonardos Urheberschaft zu beweisen. Fünfhundert Jahre früher erlebt Georg Tannstetter, Sterndeuter und angehender Leibarzt des Kaisers Maximilian I., die Entstehung des Bildes am Mailänder Hof, an dem auch Leonardo da Vinci Hofkünstler ist. Allerdings wird Tannstetter von der Herzogsfamilie getäuscht und braucht viele Jahre, um dem Geheimnis des Porträts auf die Spur zu kommen.

Ein atmosphärischer, inspirierender, farbenprächtiger Roman über den Kosmos der schönen Künste und die Kraft der Kreativität.



Nach vielen Jahren mit verschiedenen Pseudonymen veröffentliche ich mit 
"Der Augenblick der Zeitmeinen ersten Roman unter meinem richtigen Namen. Das Buch ist eng mit meinem eigenen Leben verwoben, denn es geht um Kunst. Auf Grund der Recherche besitze ich nun viele Regalmeter mehr, vollgestopft mit Büchern über die Renaissance, Leonardo da Vinci, die Farbenherstellung usw. Das Schönste beim Schreiben dieses Romans aber war, dass ich dadurch wieder zu meiner eigenen Malerei zurückgefunden habe. Schließlich begann meine Biografie mit der Kunst. Im Roman geht es um ein bis heute in seiner Echtheit umstrittenes Gemälde von Leonardo da Vinci. La bella prinicipessa. Zur Recherche war ich mit meinem Mann zusammen in Mailand, wo der "Uomo Universale" viele Jahre als Hofkünstler der Sforzas verbracht hat.