Joseph Luzzi
In einem dunklen Walde
Wie Dante mir einen Weg aus meiner Trauer wies

„Joe, deine Frau hatte einen schrecklichen Unfall.“
Die hochschwangere Frau des Dante-Forschers Joseph Luzzi stirbt.
„Die Worte kamen von irgendwoher aus der Nähe, aber sie klangen gedämpft, als wären sie durch andere Dimensionen zu mir gekommen. Zeit und Raum krümmten sich um mich. Ich betrat den dunklen Wald.“ Gemeint ist der Wald des Dichters Dante Alighieri, der in seiner „Göttlichen Komödie“ einen ähnlichen Wald betrat. Die noch ungeborene Tochter des Autors Joseph Luzzi wird per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Für sie muss er nun alleine da sein, trotz des unfassbaren Schmerzes um den Verlust seiner geliebten Frau. Wie er geschafft hat und am Ende wieder zurück ins Leben fand, davon handelt dieses sehr berührende Sachbuch. Auf persönliche und zugleich allgemein gültige Art erfährt der Leser, dass Poesie, in diesem Fall, Jahrhunderte überdauernde Kunst heilen kann. Dante besingt in seinen Versen die verlorene Geliebte Beatrice, und auch Luzzi kann nach und nach trauern. Das Schönste dabei ist, dass er auch selbst sehr poetisch schreibt, von diesem Sachbuchautor könnten sich viele Romanautoren ein Scheibchen abschneiden. Man kann das eher unscheinbar wirkende Buch an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und findet tiefsinnige Passagen. Und natürlich erfahren wir Leser so auch mehr über Dante selbst. Ein Buch, dass uns einen Klassiker nahebringt, und eine Möglichkeit bietet, um mit Verlust und Schmerz umzugehen.





Sebastian Bonset
In eigener Sache
Online-Marketing und Social Media für Kreative

Wie schafft man es, unter all den vielen Kreativen, die sich in sämtlichen Online-Plattformen tummeln, aufzufallen? Wie kann man Kunden gewinnen, wird überhaupt von potenziellen Auftraggebern entdeckt? Dazu braucht es Plan und Strategie. Dies und vieles mehr bietet Sebastian Bonsets Buch. Es hilft, wie man ein eigenes Profil und ein passendes Social-Media-Konzept entwickelt.
Man erhält nicht nur einen ausführlichen Überblick über die sozialen Medien und Designerwebsites, hier findet man auch Tipps, um ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Der Autor zeigt wie man die Zielgruppe eingrenzt und erläutert detailliert die Möglichkeiten und Chancen, die das Internet bietet. Angefangen bei der richtigen In-Szene-Setzung der eigenen Werke, um überhaupt aufzufallen bis zu den richtigen Schlüsselwörtern für die Suchmaschinen und zu einer Beratung in rechtlichen Aspekten, die sog. Stolperfallen beim Online-Marketing. Das Buch schließt mit Tipps für die eigene Erfolgs-Analyse. So gelingt die Kundengewinnung in nachvollziehbaren Schritten. Die Gesamtgestaltung des Buches ist außerdem eine Augenweide, ausführlich wird der Text von erhellenden Abbildungen begleitet. So macht Arbeiten Spaß!
„In eigener Sache“ ist ein unentbehrlicher Ratgeber für alle, die ihre Werke online präsentieren wollen und Hilfe für die Präsentation und Akquise suchen.






Arno Geiger
Unter der Drachenwand
Roman

Russland 1944. Der Soldat Veit und Ich-Erzähler ist tapfer. Schwer verwundet liegt er im Lazarett und bleibt weiterhin optimistisch. Natürlich versteht er, dass eine Schmerzbetäubung nur den ganz harten Fällen zur Verfügung steht. Seine Wunden eitern und wuchern, kaum geheilt, wird er entlassen. Er ist froh, dem Krieg zu entkommen und zurück in sein österreichisches Heimatdorf zu dürfen. Doch bei seiner Mutter hält er es nicht lange aus, er zieht unter die Drachenwand, einen Berg. Dort begegnet er zwei Frauen. Eine traumatische Dreierbeziehung beginnt. Drei Menschen, die mit ihrer Angst, ihren schrecklichen Erinnerungen zurechtkommen müssen. Halb im Tagebuchstil, halb im Stil von Feldpostbriefen wird erzählt. Reflektionen an ein unbekanntes Gegenüber gerichtet, helfen die marternden Gedanken abzulegen und Platz für neue zu machen. Die Geschichten sind trotzdem aus der Distanz erzählt und entfalten zugleich eine Sogwirkung, die den Leser mitten in die verletzten Seelen hineinkatapultiert. Zwischen großer Tragik blitzt im Laufe des Romans zarte Poesie auf. Arno Geiger bringt das „Was-wäre-Wenn“ von damals ins heute, so unmittelbar, dass beim Lesen der Atem stockt.





Elena Favilli und Francesca Cacallo
Good Night Stories für Rebel Girls
übersetzt von Birgitt Kollmann

100 bedeutsame Frauen aus aller Welt und allen Jahrhunderten werden auf hundert
Doppelseiten vorgestellt. Von der Tatookünstlerin bis zur Aktivistin, von der Seglerin bis zur Zarin. Auf der linken Seite in einer Kurzbiografie und auf der rechten Seite in einem Porträt, von insgesamt sechzig Illustratorinnen gestaltet. Das ist ein großer Lese- und Betrachtungsgenuss und ein wunderschöner Bildband, der in jedem Haushalt liegen sollte. Viele der prominenten Lebensgeschichten sind bekannt, werden hier aber unter dem Aspekt der Emanzipation präsentiert oder besser gesagt, des Rebellentums, manche der Frauen sind neu zu entdecken. Besonders die Illustrationskunst beeindruckt sehr, da die Künstlerinnen in ihren Porträts wirklich das Werk und Wirken der jeweils vorgestellten Frau eingefangen haben. So ist zum Beispiel das Porträt der polnischen Malerin Tamara de Lempicka, deren Berühmtwerden keineswegs gradlinig verlief und die durch Madonna Weltruhm erlangte, im Stil ihrer Gemälde gemalt. Oder das Porträt der Leichtathletin Wilma Rudolph, die durch die Zielschnur sprintet, ist mit zarten Buntstift erfasst. Auf der letzten Doppelseite ist Platz für die eigene Geschichte und ein Selbstporträt.

Gewidmet sind diese Gutenacht-Geschichten allen rebellischen Mädchen dieser Welt, träumt größer, zielt höher, kämpft entschlossener und im Zweifelsfall merkt euch, ihr habt recht.

Buchinfos: 224 S. Hanser Verlag, Hardcover mit vielen Illustrationen



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